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Österreichischer Verein für
Studentengeschichte
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Der Österreichische Verein für
Studentengeschichte
Ende 2004 konnte der Österreichische Verein für
Studentengeschichte auf seinen 35-jährigen Bestand zurückblicken, und durfte das
auch mit ein bißchen Stolz tun, wenn Bilanz über die geleistete Arbeit gezogen
wird. Sein
Anliegen war und ist es, unabhängig von der Politik der Korporationsverbände und
von ihrem finanziellen Wohlwollen seine Ziele zu verwirklichen.
Die Zielsetzungen des Vereines waren und sind dreifach
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Studentika zu sammeln und ein Archiv und eine Bibliothek aufzubauen.

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Studentenhistorische Neuigkeiten und Forschungen zu publizieren, und

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Durch Studentenhistorikertagungen den persönlichen

Erfahrungsaustausch zu
fördern
Die Gründungsversammlung fand am 16. Dezember 1969 in Wien statt.
Eingeladen hatten Dr. Peter Krause und der inzwischen verstorbene Gerhard Wolf,
beide noch nicht einmal 30 Jahre alt und daher ob ihres jugendlichen
Tatendranges auch mißtrauisch beäugt. Der älteste
anwesende
Teilnehmer war (mit 64 Jahren) Hofrat Wilhelm Schmied, der schon durch
die Herausgabe von Liederbüchern hervorgetreten war und selbst
bereits begonnen hatte, studentenhistorisch zu forschen. Er gab der Initiative
zweifellos ein seriöses Image und vertraute darauf, daß es mehr
als ein Strohfeuer wird, und so wurde auch tatsächlich beschlossen, den Verein
zu gründen. Nach dem im April 1970 eingetroffenen
"Nichtuntersagungsbescheid" fand die konstituierende Vollversammlung am 25. Mai
1970 statt, bei der auch der erste Vorstand gewählt wurde. Als kleine
historische Skurrilität sei angemerkt, daß der ÖVfStG keinen Obmann oder
Präsidenten hat, sondern einen "Vorsitzenden", weil damals der "große
Vorsitzende" Mao Tse-tung sich größter Aufmerksamkeit erfreute.
Nach außen hin trat der Verein
unter seinem Vorsitzenden Dr. Peter Krause erst anfangs 1971 wieder in Erscheinung, aber
intern wurde schon fleißig geplant und beraten. Der Mitgliedsbeitrag betrug
damals bescheidene 30 Schilling (2,20 Euro) im Jahr, womit natürlich keine
großen Sprünge zu machen waren. Es sollte die Hemmschwelle so niedrig
wie möglich gehalten und durch eine wachsende
Mitgliederzahl der niedrige Beitrag kompensieren werden. Zu Jahresende 1971 gab es immerhin schon
32 Mitglieder, aber das wichtigste war, daß es gelang, mit 1. Dezember ein
eigenes Lokal zu beziehen, eine ehemalige Souterrainwohnung im Haus Wien 13.,
Tuersgasse 21. Damit konnte endlich begonnen werden, die gesammelten Unterlagen
zu ordnen und die Archiv- und Bibliotheksbestände aufzustellen. Später gelang
es, im gleichen Haus auch noch die größere Hausmeisterwohnung dazu zu mieten.
Das Lokal wurde dann durch Entfernung einer Zwischenwand, eines neuen
Bodens usw. saniert. Heute allerdings ist die Grenze des Fassungsvermögens
erreicht und der Umzug in die neuen Räume in der Weimarerstraße 5 im 18. Bezirk ist im Gange.

Um Interessenten zu werben, muß man ihnen auch etwas bieten. Als
erstes Projekt wurden daher 1972 aus den Rundschreiben die Acta studentica -
Österreichische Zeitschrift für Studentengeschichte, technisch noch sehr einfach gestaltet, aber doch schon mit interessantem Inhalt. Als nächstes
wurde 1973 die Schriftenreihe "Beiträge zur österreichischen Studentengeschichte"
begonnen.
Ein Anliegen war es, die Studentenhistoriker verbändeübergreifend
einander näher zu bringen und dabei Erfahrungen auszutauschen und
Forschungsergebnisse zu diskutieren. So kam es 1974 zur ersten
Österreichischen Studentenhistorikertagung. Daß anfänglich das gegenseitige
Mißtrauen groß war, darf nicht verwundern, aber das Experiment ist geglückt und
konnte 1982 mit der ersten gemeinsamen (Deutschland, Schweiz, Österreich) Studentenhistorikertagung sogar noch
erweitert werden. Heute sind die Tagungen ein unverzichtbarer Bestandteil
unserer Arbeit (diesem Bereich ist weiter unten ein eigener Beitrag
gewidmet). Daraus ist erkennbar, dass es sehr gute und freundschaftliche
Kontakte zu den studentenhistorischen Vereinigungen in den Nachbarländern gibt.
Bald darauf wurden auch umfangreichere Publikationen
veröffentlicht. Was auf diesem Gebiet inzwischen alles erschienen ist oder
demnächst erscheint, ist unter Publikationen nachzulesen.
Die Bibliotheksbestände und die Archivalien des Vereins haben in den vergangenen
35 Jahren bereits einen beträchtlichen Umfang erreicht. Sie sind zum
überwiegenden Teil grob sortiert, aber leider noch nicht katalogisiert, weil
sich noch niemand fand, der Zeit und Muße hat, diese mühsamen Arbeit zu
machen.
Durch das Vorhandensein der Publikationen in öffentlichen Bibliotheken
werden immer wieder Studentinnen und Studenten auf den ÖVfStG aufmerksam und ersuchen
um Hilfe für ihre Diplomarbeiten, die in vielen Fällen auch möglich war (zuletzt
die im Oktober dieses Jahres approbierte Diplomarbeit "Studenten und Politik an
der Universität Wien 1918-1932" von Wolfgang Zaunbauer). Auch Verbindungen
nützen zur Ergänzung ihrer Archive die Möglichkeit, in die Bestände einzusehen.
Dabei werden auch vorhandene Doubletten gegen fehlende Stücke
(Rundschreiben, Zeitungen, Einladungen usw.) getauscht oder Ablichtungen
hergestellt.
Neuestes Projekt ist die Einrichtung einer
eigenen Homepage, deren ersten Versuch Sie hier sehen können.
Festzuhalten ist, daß sich der ÖVfStG ausschließlich selbst finanziert und
bisher keinerlei Subventionen von öffentlicher Hand erhalten hat. Ein großer
Dank gilt daher den Mitgliedern, die durch ihre Beiträge diese Arbeit erst
ermöglichen!
Der Jahresbeitrag von 15 Euro ist der niedrigste von allen
studentenhistorischen Vereinigungen.
Um weiterarbeiten zu können benötigen wir viele Mitglieder!
Bitte werben auch Sie!

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